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it’s the end of the spex as we know it, pt. 2

März 5, 2007

(as requested: der lindiblog jetzt auch mit richtigen apostrophen)

nachdem ich nun fast eine woche mit pendeln zwischen bett, küchentisch und einigen ausflugsgaststätten verbracht habe, hat mich wohl das wirkliche leben wieder. wie könnte es schöner beginnen als mit einer ganz großen enttäuschung in bezug auf die neue spex.

ich hatte mir vorgenommen, besonders unvoreingenommen, wenn nicht gar wohlwollend an die sache zu gehen, doch schon das editorial macht es äußerst schwer, diese haltung beizubehalten. (von der häßlichen serifen-schrift mal ganz abgesehen.) wie positioniere ich mich am besten als neue redaktion einer zeitschrift, die einen großen haufen an geschichte mit sich herumträgt, von deren neugestaltung sich manche vielleicht nicht weniger erwarten als die rettung der welt oder zumindest des musikjournalismus? richtig, ich reite darauf herum, wie ehemalige redaktionsmitglieder vor 15 jahren angeblich nicht recht hatten in ihrer einschätzung des verhältnisses von populärkultur und postmoderner theorie. ich greife willkürlich schlaglichter dieser debatten heraus und demontiere sie, vermeide es dabei aber gänzlich, irgendwelche aussagen zu treffen, was ich anders oder besser zu tun gedenke.

ich glaube, ich habe noch nie länger gebraucht, um zwei din a 4 seiten zu lesen, weil ich jeden absatz am frühstückstisch ausführlich und verärgert kommentieren musste. die herrschaften neue spex taten mir aber den gefallen, sich im rezensionsbereich gänzlich selbst ins abseits zu stellen, indem sie beispielsweise behaupteten, die kaiser chiefs seien eine zweite chance für diejenigen musikhörer, die aufgrund ihres alters blur verpasst haben. man mag ja über die kaiser chiefs denken was man will – ich gehe da mit jan wigger, der sagt, als denkender mensch sei es immer uncool, die kaiser chiefs zu hören – aber sie in die nähe von blur zu stellen, ist einfach nur idiotisch. oasis, meinetwegen, aber blur?

schade, wirklich jammerschade, was hier passiert. denn an sich hätte es allerlei möglichkeiten gegeben, unter der flagge spex weiterzumachen, zwischen treue zum alten konzept oder völliger neuerfindung wären allerhand möglichkeiten drin gewesen. aber sich einfach in richtung glätterer, hirnloserer musikjournalismus zu bewegen, ist die langweiligste aller optionen. denn niemand braucht einen weiteren musikexpress, damit lockt man keinen neuen leser hinter dem ofen hervor. und die alte leserschaft vergällt man damit ebenso zielsicher.

life is a pigsty

Februar 19, 2007

happy chinese new year, everyone! es gab enttäuschend wenig geböller gestern, dafür wurde ich heute mittag von einem umzug mit chinesischer musik geweckt.

erstaunlicherweise hat heute meine letzte woche hier angefangen. außerdem die hitze. wenn ich bisher dachte es sei heiß, weiß ich seit den letzten tagen, dass das noch moderat war. erfreulicherweise weiß ich jetzt aber auch, wo ich die nächsten vormittage verbringen werde: an einem pool mit angeschlossener bar, der auch nicht-hotelgästen offensteht für den unschlagbaren eintrittspreis von einsfuffzich. dort habe ich gestern schwimmender-, röstender- und lesenderweise meinen nachmittag verbracht, das war herrlich!

lesenderweise habe ich mich in der letzten woche aber auch in die tiefsten tiefen begeben: ich habe ein buch von dan brown gelesen, in ermangelung anderen lesestoffs. literatur für menschen mit dem intelligenzquotienten eines knäckebrots, möchte ich mal sagen. gestern habe ich dann in dem wunderbaren second-hand-buchladen, den ich hier entdeckt habe, gegenmaßnahmen ergriffen, und zwar in form von jude the obscure. so, herr brown, sollen bücher sein.