Archiv für 'popkultur'Kategorie

if someone gets run down, karaoke plays

April 19, 2007

es ist wirklich erstaunlich, wie wenig ich manchmal zu sagen habe. vor allem in anbetracht der tatsache, dass ich ganz schlecht darin bin, meinen mund zu halten.

aber jetzt im moment ist es genau so. es passiert viel, aber ist wahnsinnig unglamourös. erwerbstätigkeit, essen, schlafen, zwischendurch ausgehen. ist eben nicht so besonders spannend.

da ist mal wieder der punkt erreicht, an dem man denkt, dass die, die lieder schreiben, alles schon einmal viel besser gesagt haben.

we’ll never stop living this life

April 14, 2007

diese ist wohl die woche der alkoholgeschwängerten philosophierereien über das leben. gestern: wer wir sind.

wir wissen noch, wie es ist, ohne mobiltelefone zu existieren. wir können uns daran erinnern, wie es war, als der erste im freundeskreis eine email-adresse hatte. wir hatten tragbare kassettenabspielgeräte. das riesending mit der mauer jetzt mal ganz beiseite gelassen. wir haben aber auch schon so lange mobiltelefone, dass wir uns nicht anstellen wie vati und mutti, wenn sie so ein ding mal in die hand nehmen. web 2.0 ist unsere spielwiese, der mp3-player unser freund.

gestern abend haben sandra und ich diesem kind einen namen gegeben. denn die generation neon, wie die neon uns gerne betitulieren würde, sind wir selbstverständlich nicht. püh! unser vorschlag: generation in between. wenn man das weiterdenkt, passt das prinzip des in-betweenism auf so gut wie alles.

das getränk der generation in between ist der porsche, sekt mit wodka. denn der porsche ist die optimale mischung aus edel und ordinär. sieht hübsch aus, schmeckt harmlos und macht tot. wir springen zwischen hedonismus und höflichkeit; wir können feiern bis zum umfallen, da haben die kleinen schon längst die waffen gestreckt, dennoch möchten wir gerne, dass man sich gegenseitig vorstellt, wenn man neue leute kennenlernt.

wir sind aufgewachsen in einer zeit, da sicherheit, finanziell wie perspektivisch, nicht nur vorhanden war, sondern auch zum obersten erhaltungsprinzip für die gesamte gesellschaft erhoben wurde. wir haben auch die große internetblase miterlebt, als man plötzlich dachte, jeder, der auch nur einigermaßen bei verstand ist, bekommt einen tollen job und wird unermesslich reich. und stehen jetzt mit der aussicht da, nach studium oder ausbildung erstmal 17 praktika absolvieren zu müssen. und haben uns in dieser situation auch ganz gut eingenistet. arm, aber sexy halt.

berlin ist sicherlich die beste stadt der welt für das in between-dasein. selbst vom letzten prekariatsjob kann man hier so einigermaßen leben. gut, nur, wenn man nette menschen kennt, die einem mal einen drink ausgeben und eine filterzigarette schenken. die möglichkeiten zu exzess und selbstzerstörung sind mannigfaltig bis unendlich; hoch steigen und tief fallen kann man hier so gut wie an keinem anderen ort der welt.

hear the soldier groan, we’re going to die alone

April 3, 2007

die katze hat mal wieder in meine tasche gepinkelt. das nervt. allerdings stimmt vielleicht der satz „wie der herr, so das g’scherr.“ in diesem fall also katzenbesitzerin verrückt, katze verrückt. dafür spricht: das letzte mal, als die verrückte katze in meine tasche gepinkelt hat, hatte ich eine zwiebel darin aufbewahrt. warum? weiß kein mensch. ich war vorher damit nicht etwa auf dem wochenmarkt, sondern tanzen.

was ich aber eigentlich sagen wollte: wenn man wirklich alleine ist, den einen menschen vermisst, was kann man dann machen? – ganz klar: essen, lesen, musik hören. und das ist doch wunderbar: dass man das immer hat. dass man sich ganz klein und allein fühlen kann, aber nie wirklich alleine ist. wegen der liebe zur musik und den liedern und den texten. denn solange man sich noch in prosa oder songtexten wiederfinden kann, ist man nie ganz klein und allein.

tanz den tanz der moleküle

März 28, 2007

ein sehr schönes fundstück von den herrschaften vom popblog: “(…) was umso stilvoller aussieht, wenn man bedenkt, dass die kollegen von mia. gerne mal den Eindruck erwecken, als befände sich das erstsemester der design-fh auf großer überlandfahrt.” als international bekannte mia.-kritikerin gefällt mir das selbstverständlich sehr. wobei ich erneut anmerken möchte, dass sich meine kritik nicht auf die musik dieser kapelle bezieht, sondern auf das unerträgliche befindlichkeits-gedöns, das die sängerin, gerne auch als konzert-zwischenansagen, von sich gibt. immerhin konnten mit verweis auf ebendiese letzten sommer beim melt! einige menschen vor dem ertrinken gerettet werden.

du bist so unglaublich…. scheiße

März 26, 2007

die überschrift stammt von einem mitbesuchers des virginia jetzt-konzerts, dem ich am samstag beiwohnte. falls die werten leser nicht so sehr vertraut sind mit dem gesamtwerk dieser gruppe: „du bist so unglaublich“ ist der refrain eines ihrer songs. der mann neben mir bewies humor, indem er seiner begleiterin des zusatz „scheiße“ ins ohr sang. fand ich schön.

nachdem der tatort gestern ein elend war – langweilige story lahmarschig inszeniert – war ich bereit für mehr elend: die echo-verleihung bei rtl. es will schon was heißen, wenn ich mir in der kategorie „gruppe national“ als gewinner silbermond wünsche, weil der rest einfach noch furchtbarer ist. bei „künstlerin international“ war der sieg von katie melua (die ihr album meines wissens vor äonen von jahren veröffentlicht hat) recht deutlich voraussehbar, da sie die einzige der nominierten künstlerinnen war, die auch tatsächlich anwesend war, zumindest nach den einblendungen des publikums zu urteilen. die überraschung und überwältigung stellte sie dafür aber sehr überzeugend dar.

am schlimmsten aber wie immer bei solchen veranstaltungen: die emo-anteile. selbst ich bin nicht so bösartig, dass ich herrn vox nicht ein gewisses maß an respekt zollen müsste für sein politisches engagement. aber muss michael mittermeier, der mann mit dem fernseh-tourette, die lobeshymmne halten? muss er dafür die faust dafür entweder ergriffen vor seine brust schlagen oder kämpferisch in dir luft strecken? ich sage nein. müssen alle nach bono auftretenden menschen sagen, es sei so schwer, nun etwas sinnvolles zu sagen? als ob ihnen das sonst so viel leichter fiele.

mit abstand am ekelhaftesten war dann aber, als die herrschaften urio und medlock (?) of dsds-fame es angebracht fanden, beim bono-rettet-afrika-einspieler als – so wirkte es – einzige standing-ovations zu performen. um das pony zu zitieren: die [urio] muss dringend zurück in die tingeltangelbar. ich ergänze: der andere am besten zurück zum grab seiner eltern, da kann er dann weiter betroffenheit mimen. i need some more decency, now!