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juno, nicht

Juli 17, 2008

rathaus neukölln, infoschalter: wo ich denn die anträge für kindergeld und elterngeld bekommen könnte, möchte ich wissen. ich bekomme wortlos einen zettel gereicht, natürlich sind es zwei unterschiedliche behörden an zwei unterschiedlichen standorten. war irgendwie zu erwarten.

dann schaut die dame nochmal durch ihr auskunftsfenster und sagt: sie sind aber noch ein bißchen jung für eine mutti. in einem etwas feindseligen und abschätzigen ton. schön, einerseits könnte es fast als kompliment durchgehen, dass ich noch für eine teenage mom gehalten werde. andererseits, meine schwangerschaft ist offensichtlich so weit fortgeschritten, dass ich es mir schwerlich noch einmal anders überlegen könnte, das mit dem muttisein, wie alt ich auch immer sein möge. und es geht die auskunftsdame ja eigentlich auch einen scheißdreck an.

kurz geht mir durch den kopf, dass es hier im bezirk ja wohl genug andere leute gibt, die sich das lieber nochmal hätten überlegen sollen. dass nicht ausgerechnet ich angemault werden müsste. aber: das geht mich eigentlich auch einen scheißdreck an. über diese leute weiß ich ja genauso wenig wie die auskunftsdame über mich.

naja, ich bin dreißig, sage ich und ziehe kopfschüttelnd und achselzuckend von dannen.

auf krawall gebürstet

Juli 20, 2007

wie scheiße ich die welt manchmal finde. diese woche war die schlimmste in meinem bisherigen arbeitnehmerlindidasein ever. EVER! ich hätte heute morgen weinen mögen, weil ich wieder ins böse büro musste, statt weiterschlafen zu dürfen. deswegen habe ich mit türen geknallt und gemault und den jungen angemault. dafür war ich wenigstens zu den katzen nett, denn die haben ein weiches fell.

und was hilft dann? die unfassbare, immer wieder erstaunliche, heilende macht der musik. und weil ich dann nach einer längeren pause mal wieder maximo park gehört habe, habe ich mich auch an mein persönliches verkündigungsorgan, das lindiblog erinnert.

also liebe welt, verehrter leser: heute mag ich euch nicht, aber ich werde früh zu bett gehen und ausschlafen und morgen ist dann hoffentlich wieder alles gut. auf wiedersehen!

if someone gets run down, karaoke plays

April 19, 2007

es ist wirklich erstaunlich, wie wenig ich manchmal zu sagen habe. vor allem in anbetracht der tatsache, dass ich ganz schlecht darin bin, meinen mund zu halten.

aber jetzt im moment ist es genau so. es passiert viel, aber ist wahnsinnig unglamourös. erwerbstätigkeit, essen, schlafen, zwischendurch ausgehen. ist eben nicht so besonders spannend.

da ist mal wieder der punkt erreicht, an dem man denkt, dass die, die lieder schreiben, alles schon einmal viel besser gesagt haben.

we’ll never stop living this life

April 14, 2007

diese ist wohl die woche der alkoholgeschwängerten philosophierereien über das leben. gestern: wer wir sind.

wir wissen noch, wie es ist, ohne mobiltelefone zu existieren. wir können uns daran erinnern, wie es war, als der erste im freundeskreis eine email-adresse hatte. wir hatten tragbare kassettenabspielgeräte. das riesending mit der mauer jetzt mal ganz beiseite gelassen. wir haben aber auch schon so lange mobiltelefone, dass wir uns nicht anstellen wie vati und mutti, wenn sie so ein ding mal in die hand nehmen. web 2.0 ist unsere spielwiese, der mp3-player unser freund.

gestern abend haben sandra und ich diesem kind einen namen gegeben. denn die generation neon, wie die neon uns gerne betitulieren würde, sind wir selbstverständlich nicht. püh! unser vorschlag: generation in between. wenn man das weiterdenkt, passt das prinzip des in-betweenism auf so gut wie alles.

das getränk der generation in between ist der porsche, sekt mit wodka. denn der porsche ist die optimale mischung aus edel und ordinär. sieht hübsch aus, schmeckt harmlos und macht tot. wir springen zwischen hedonismus und höflichkeit; wir können feiern bis zum umfallen, da haben die kleinen schon längst die waffen gestreckt, dennoch möchten wir gerne, dass man sich gegenseitig vorstellt, wenn man neue leute kennenlernt.

wir sind aufgewachsen in einer zeit, da sicherheit, finanziell wie perspektivisch, nicht nur vorhanden war, sondern auch zum obersten erhaltungsprinzip für die gesamte gesellschaft erhoben wurde. wir haben auch die große internetblase miterlebt, als man plötzlich dachte, jeder, der auch nur einigermaßen bei verstand ist, bekommt einen tollen job und wird unermesslich reich. und stehen jetzt mit der aussicht da, nach studium oder ausbildung erstmal 17 praktika absolvieren zu müssen. und haben uns in dieser situation auch ganz gut eingenistet. arm, aber sexy halt.

berlin ist sicherlich die beste stadt der welt für das in between-dasein. selbst vom letzten prekariatsjob kann man hier so einigermaßen leben. gut, nur, wenn man nette menschen kennt, die einem mal einen drink ausgeben und eine filterzigarette schenken. die möglichkeiten zu exzess und selbstzerstörung sind mannigfaltig bis unendlich; hoch steigen und tief fallen kann man hier so gut wie an keinem anderen ort der welt.

you have to leave, i appreciate that

April 12, 2007

ich komme gerade wieder von einer wo-geht-die-reise-hin-diskussion. so amongst endzwanzigern. worum geht es natürlich? um liebe, natürlich.

wieder geht es darum, dass man in unserem alter „schön langsam darüber nachdenken muss“. kinder kriegen, und all das. aber ehrlich gesagt, denke ich, dass der einzig vernünftige grund dafür, sich mit jemandem einzulassen, ist, dass man denjenigen wirklich super findet. dass man nicht wüsste, wie man seine zeit besser verbringen könnte.

denn all die anderen gründe führen nur zu greedy-neediness. und zum kompromisse machen. und zum planen und nicht mehr man selbst sein.

eigentlich sollte man nur jemanden lieben, wenn man sich selbst so sehr liebt, dass man sich zu schade ist, um seine zeit mit idioten zu verschwenden.