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auf krawall gebürstet

Juli 20, 2007

wie scheiße ich die welt manchmal finde. diese woche war die schlimmste in meinem bisherigen arbeitnehmerlindidasein ever. EVER! ich hätte heute morgen weinen mögen, weil ich wieder ins böse büro musste, statt weiterschlafen zu dürfen. deswegen habe ich mit türen geknallt und gemault und den jungen angemault. dafür war ich wenigstens zu den katzen nett, denn die haben ein weiches fell.

und was hilft dann? die unfassbare, immer wieder erstaunliche, heilende macht der musik. und weil ich dann nach einer längeren pause mal wieder maximo park gehört habe, habe ich mich auch an mein persönliches verkündigungsorgan, das lindiblog erinnert.

also liebe welt, verehrter leser: heute mag ich euch nicht, aber ich werde früh zu bett gehen und ausschlafen und morgen ist dann hoffentlich wieder alles gut. auf wiedersehen!

stadium lights stand out like flares

April 11, 2007

zunächst einmal: ich sollte darüber nachdenken, den lindiblog in maximoblog umzubenennen. denn hier kommt schon wieder etwas darüber, wie großartig maximo park sind, diesmal: das konzert.

vorausschickend ist aber zu sagen, dass die vorband panda einfach un-er-träg-lich war. ich war gerade im lido angekommen, da begegnete mir eine bekannte, die sagte: „ich muss mal kurz raus, sonst bringe ich die frau da vorne um.“ bei der ersten zwischenansage wusste ich, was sie meint. in feinstem berlinerisch wurden gewollt punkige emo-plattitüden vorgetragen. zum thema: man hat mir den strom abgedreht, weil ich meine vattenfall-rechnung nicht bezahlt habe. wow, that’s punk! man kann die band ganz gut beschreiben als eine mischung aus mia. und spitting of tall buildings, also eine wirklich abartige mischung aus pest und cholera. alles, was an dieser forcierten berlin-attitüde hassenswert und ekelhaft ist.

aber egal. eine halbe stunde verschwendete lebenszeit ist nichts gegen das, was im anschluss kam. ich habe mich gegen das coole im-hinteren-drittel-herumstehen entschieden. sondern ganz uncool in der zweiten reihe jede einzelne textzeile „mitgesungen“. so wie mindestens sechzig prozent der anwesenden. ich war lange nicht mehr so euphorisiert und so sehr fan wie gestern. ich habe aber auch selten eine band gesehen, die sich so dermaßen verausgabt für die lieben zuschauer. paul smith hing zwischen den einzelnen liedern an seinem mikrofon-ständer wie ein nasser sack und rang um luft.

all das, was an den songs von maximo park toll ist, war noch toller. denn das kluge der texte wird noch durch die gestik und mimik von paul smith verstärkt. dazu haben die lieder live noch viel mehr druck, weil sie von der gesamten band unglaublich energisch vorgetragen werden. schön, mal wieder so erschöpft aber glücklich aus einem konzert zu kommen.

abschließend ist der jungen dame, die in der umbaupause hinter mir stand, folgendes mitzuteilen: ich mag zwar ein große tasche bei mir gehabt haben, dafür habe ich aber auch eine frisur.

another weekend without make-up

April 8, 2007

weil: schon am donnerstag, der hier schon, aber offiziell nicht zum wochenende gehört, so selbstzerstört, dass ich am freitag zwar noch ausgehen konnte, aber nicht einmal mehr wimperntusche auflegen. anyerlina (oder wie man sie auch immer schreiben mag, aka caschuaal) hätte mich sicherlich sehr dafür geschimpft.

außerdem habe ich gemerkt, dass das fortschreitende alter seinen tribut zollt. in form von genau einer stunde mehr kater. ich konnte mich eigentlich immer darauf verlassen, dass es mir um schlag achtzehn uhr wieder gut geht. mittlerweile, das hat eine empirische studie vom wochenende gezeigt, dauert das bis neunzehn uhr.

ein anhörtipp: perrecy, der bayrische morrissey, der aufs allerschönste mit seiner ukulele schmidts-songs covert.

hear the soldier groan, we’re going to die alone

April 3, 2007

die katze hat mal wieder in meine tasche gepinkelt. das nervt. allerdings stimmt vielleicht der satz „wie der herr, so das g’scherr.“ in diesem fall also katzenbesitzerin verrückt, katze verrückt. dafür spricht: das letzte mal, als die verrückte katze in meine tasche gepinkelt hat, hatte ich eine zwiebel darin aufbewahrt. warum? weiß kein mensch. ich war vorher damit nicht etwa auf dem wochenmarkt, sondern tanzen.

was ich aber eigentlich sagen wollte: wenn man wirklich alleine ist, den einen menschen vermisst, was kann man dann machen? – ganz klar: essen, lesen, musik hören. und das ist doch wunderbar: dass man das immer hat. dass man sich ganz klein und allein fühlen kann, aber nie wirklich alleine ist. wegen der liebe zur musik und den liedern und den texten. denn solange man sich noch in prosa oder songtexten wiederfinden kann, ist man nie ganz klein und allein.

and then i’ll tell you some more about me

April 2, 2007

heute gehen wir alle schön in den plattenladen und kaufen uns das neue maximo park-album „our earthly pleasures“! also das heißt, ich kaufe es mir kommenden dienstag beim konzert, aber gekauft wird das, das ist ein befehl!

wie schon an anderer stelle beschrieben brauchte es doch allerhand hördurchgänge, bis ich „our earthly pleasures“ von vorne bis hinten lieben konnte. aber ich bin ja gerne etwas obsessiv, wenn es um bands geht, die ich wirklich wirklich mag. ich wage mal die behauptung, dass es niemanden auf der welt gibt, der „a certain trigger“ und „missing songs“ auch nur annähernd so oft gehört hat wie ich. „du kannst das immer noch hören, du bist da völlig schmerzfrei, oder?“ – ja, schon. und wie ich mich deshalb auf dieses album gefreut habe.

große vorfreude erzeugt denn aber auch große erwartungen, die, das muss gesagt werden, nicht sofort erfüllt wurden. tatsächlich war ich ab lied vier beim ersten durchhören nachgerade enttäuscht. weil sich „our earthly pleasures“ nicht sofort erschließt . das ist aber eigentlich kein wunder, denn das große an maximo park ist nicht die musik an sich, sondern dass es kluge musik ist. mit intelligenten texten, die nicht ausschließlich auf slogan-dresching basieren.

es gibt auch diese songs auf dem album, die sofortiges kopfnicken oder auch herumspringen erzeugen – der opener „girls who play guitars“ und natürlich „our velocity“, bei den hinteren songs (die länger brauchten) „a fortnight’s time“.

und es gibt dieses großartige „books from boxes“, das in der musik all diese wehmut transportiert und verspricht, die der text beim näheren hinhören einlöst. „night falls/and towns become circuit boards“. wie bloc partys „sunday“ die bisher schönste liebeserklärung des jahres ist, ist das das schönste lied darüber, wie es ist, wenn die liebe zuende ist: „two bodies in motion/this is a matter of fact/it wasn’t built to last“.

paul smith erzählt uns was über sich und erzählt uns damit auch was über uns. und das ist das schöne an dieser platte und an dieser band: auch wenn sich das eben nicht beim ersten hören erschließt, der endzwanziger in der großen stadt, zwischen büchern, musik, trinken, liebestaumel und weltenhass, kann sich hier wiederfinden. und wenn es dazu dann auch noch ordentlich knallt, dann ist das schon etwas sehr sehr schönes. hmmm, befindlichkeitsgedöns mit rock’n'roll!