we’ll never stop living this life

April 14, 2007

diese ist wohl die woche der alkoholgeschwängerten philosophierereien über das leben. gestern: wer wir sind.

wir wissen noch, wie es ist, ohne mobiltelefone zu existieren. wir können uns daran erinnern, wie es war, als der erste im freundeskreis eine email-adresse hatte. wir hatten tragbare kassettenabspielgeräte. das riesending mit der mauer jetzt mal ganz beiseite gelassen. wir haben aber auch schon so lange mobiltelefone, dass wir uns nicht anstellen wie vati und mutti, wenn sie so ein ding mal in die hand nehmen. web 2.0 ist unsere spielwiese, der mp3-player unser freund.

gestern abend haben sandra und ich diesem kind einen namen gegeben. denn die generation neon, wie die neon uns gerne betitulieren würde, sind wir selbstverständlich nicht. püh! unser vorschlag: generation in between. wenn man das weiterdenkt, passt das prinzip des in-betweenism auf so gut wie alles.

das getränk der generation in between ist der porsche, sekt mit wodka. denn der porsche ist die optimale mischung aus edel und ordinär. sieht hübsch aus, schmeckt harmlos und macht tot. wir springen zwischen hedonismus und höflichkeit; wir können feiern bis zum umfallen, da haben die kleinen schon längst die waffen gestreckt, dennoch möchten wir gerne, dass man sich gegenseitig vorstellt, wenn man neue leute kennenlernt.

wir sind aufgewachsen in einer zeit, da sicherheit, finanziell wie perspektivisch, nicht nur vorhanden war, sondern auch zum obersten erhaltungsprinzip für die gesamte gesellschaft erhoben wurde. wir haben auch die große internetblase miterlebt, als man plötzlich dachte, jeder, der auch nur einigermaßen bei verstand ist, bekommt einen tollen job und wird unermesslich reich. und stehen jetzt mit der aussicht da, nach studium oder ausbildung erstmal 17 praktika absolvieren zu müssen. und haben uns in dieser situation auch ganz gut eingenistet. arm, aber sexy halt.

berlin ist sicherlich die beste stadt der welt für das in between-dasein. selbst vom letzten prekariatsjob kann man hier so einigermaßen leben. gut, nur, wenn man nette menschen kennt, die einem mal einen drink ausgeben und eine filterzigarette schenken. die möglichkeiten zu exzess und selbstzerstörung sind mannigfaltig bis unendlich; hoch steigen und tief fallen kann man hier so gut wie an keinem anderen ort der welt.

2 Antworten zu “we’ll never stop living this life”

  1. Christian Sagt:

    respekt linda. da fragt man sich schon, warum außerhalb der tempo sowas nicht woanders so richtig geschrieben steht

  2. lindi Sagt:

    warum? weil mir noch niemand meine kolumne gegeben hat, deshalb.


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