Archiv für April, 2007

ja, muss nur noch haare machen

April 20, 2007

mal wieder ein kleine auswahl des schönsten aus dem sms-archiv

ich trinke billigen gin tonic und musste an dich denken, weil ich schon wieder pöbeln wollte!
(auch ein grund, an jemanden zu denken)

miau. ich verzeihe dir und segne dich. die katastrophe ist nah. schnäpse a-gogo.
(happy birthday!)

esportif ist draußen!
(neues von gntm)

people tend to be so boring. i quit! – people are overrated
(misanthropen unter sich)

herzliche grüße aus dem rotwein-hauptquartier der stadt! – hab eben zu frank gesagt, dass ich wünschte, du wärst da. hier gibt es grade reichlich arschgeigen zum anpöbeln.
(misanthropen und trinker unter sich)

plan ist mir nicht mehr in allen details bekannt; irgendwas mit schnaps. ich harre der besucher, wenn du magst, komm doch später erstmal her.
(ostern in berlin)

aua. ich bete mal schnell ein vaterunser.
(gott hat keine gnade mit den sündern und der fcb scheidet dennoch aus)

die vorband ist useless crap, ich hasste sie nach der ersten ansage!
(kurzkritik 2.0)

mein myspace-freund perrecy fuhr mich eben in einem präfektschal-farbenem oldtimer zu einem senioren-bingoturnier, nähe allianzarena. ich liebe die postmoderne.
(muss man auch)

if someone gets run down, karaoke plays

April 19, 2007

es ist wirklich erstaunlich, wie wenig ich manchmal zu sagen habe. vor allem in anbetracht der tatsache, dass ich ganz schlecht darin bin, meinen mund zu halten.

aber jetzt im moment ist es genau so. es passiert viel, aber ist wahnsinnig unglamourös. erwerbstätigkeit, essen, schlafen, zwischendurch ausgehen. ist eben nicht so besonders spannend.

da ist mal wieder der punkt erreicht, an dem man denkt, dass die, die lieder schreiben, alles schon einmal viel besser gesagt haben.

nach dem verlorenen land

April 15, 2007

triptychon zu einer heimreise

dass leute doof sind, setz ich als bekannt voraus

hin

das panoptikum einer zugreise durch den wilden osten: die konsequent duzende schaffnerin, obwohl die frage, ob man noch unter 27 sei, mit nein beantwortet wurde – ehrlicherweise. die drei generationen friseurunfall; großmutter, mutter und tochter mit dem berühmten „peppigen pony“, eingefärbt in rot und platinblond gesträhnt. der mann mit den knasttätowierten liebeserklärungen auf dem arm, in krakelschrift, die nicht auf einen häufigen umgang mit dem geschriebenen wort schließen läßt. die unvermeidlichen hippiepaare, ungewaschen, sich gegenseitig lausend. eine reise mit dem elendsexpress ms mitfahrgelegenheit ist ein scheißdreck dagegen. ab jetzt wird ice gefahren. oh, sweet bird of festanstellung.

ich werd mich nie verändern, ich werd immer derselbe sein

dort

mensch linda, nimm doch mal die kapuze ab, man erkennt dich ja garnicht. hoppala! beim versuch, auch den bruder anzutreffen, versehentlich auf einem junggesellenabschied gelandet. die frivolen aufgaben, die dem husband-to-be auferlegt wurden, sind von bestechend putziger harmlosigkeit: ein kondom von einer fremden frau besorgen, einer blondine geklaute blumen schenken, das besorgen eines tangaslips ist der obszöne höhepunkt.

freunde des bruders und des bräutigams sind völlig konsterniert ob meiner anwesenheit: „können die weiber jetzt endlich abhauen, damit wir wieder die sau rauslassen können?“ gleichberechtigungsgirl fühlt sich natürlich genötigt, den frager zu hinterfragen; warum er denn in anwesenheit eines mädchens sich nicht aufführen könne wie drecksau, was das denn über seine sogenannte männlichkeit aussage. wird aber in gin tonic ertränkt, die frage.

der bruder ist recht froh über die anwesenheit der damen. er hat seine liebe not mit den alten freunden, die nicht nur älter, sondern vor allem kein stücken anders geworden sind. ich bin ein bißchen entsetzt über die feststellung des bräutigams, ich hätte mich mich seit dem letzten zusammentreffen – der meisterfeier für bayern 2001, in der einen kneipe, wo man hingehen mag, in unterhosen und mit tränen – überhaupt nicht verändert. bis mir klar wird, dass das seine verquere art ist, mir ein kompliment zu machen.

die frage, die am ende bleibt, ist die, warum man eigentlich heiratet, wenn man das gefühl hat, danach sei alles vorbei.

gottseidank haben wir beide uns gehabt

zurück

was für ein unermessliches scheißgefühl das sein kann, in eine stadt einzufahren, mit dem zug, in der eine frühere liebe gewohnt hat. mistige kopfbahnhöfe, in die man immer gleich einfährt, egal woher man kommt.

du siehst den strahlenden frühlingstag draußen vor dem fenster und erinnerst dich an andere frühlingstage, die du hier verbracht hast. erinnerst dich an das schwindende glücklicksein. an diesen traurigsten tag, an dem du hals über kopf wieder wegfahren musstest, weil dir in der nacht zuvor diese entscheidenen frage gestellt wurde: liebst du mich eigentlich noch? und die einzige antwort, die nicht allesvernichtend war, die dir einfiel, war: ich weiß es nicht.

das ist alles her. ein jahr in zeit gemessen, eine kindheit in entwicklung gemessen. ein dicker kloß im hals, eine träne im augenwinkel. obwohl, obwohl, obwohl. obwohl es eine neue liebe gibt. obwohl ihr es geschafft habt, freunde zu sein. obwohl es eine gute entscheidung war. slightly verkatert; wie immer gefühlsverstärker nummer eins.

we’ll never stop living this life

April 14, 2007

diese ist wohl die woche der alkoholgeschwängerten philosophierereien über das leben. gestern: wer wir sind.

wir wissen noch, wie es ist, ohne mobiltelefone zu existieren. wir können uns daran erinnern, wie es war, als der erste im freundeskreis eine email-adresse hatte. wir hatten tragbare kassettenabspielgeräte. das riesending mit der mauer jetzt mal ganz beiseite gelassen. wir haben aber auch schon so lange mobiltelefone, dass wir uns nicht anstellen wie vati und mutti, wenn sie so ein ding mal in die hand nehmen. web 2.0 ist unsere spielwiese, der mp3-player unser freund.

gestern abend haben sandra und ich diesem kind einen namen gegeben. denn die generation neon, wie die neon uns gerne betitulieren würde, sind wir selbstverständlich nicht. püh! unser vorschlag: generation in between. wenn man das weiterdenkt, passt das prinzip des in-betweenism auf so gut wie alles.

das getränk der generation in between ist der porsche, sekt mit wodka. denn der porsche ist die optimale mischung aus edel und ordinär. sieht hübsch aus, schmeckt harmlos und macht tot. wir springen zwischen hedonismus und höflichkeit; wir können feiern bis zum umfallen, da haben die kleinen schon längst die waffen gestreckt, dennoch möchten wir gerne, dass man sich gegenseitig vorstellt, wenn man neue leute kennenlernt.

wir sind aufgewachsen in einer zeit, da sicherheit, finanziell wie perspektivisch, nicht nur vorhanden war, sondern auch zum obersten erhaltungsprinzip für die gesamte gesellschaft erhoben wurde. wir haben auch die große internetblase miterlebt, als man plötzlich dachte, jeder, der auch nur einigermaßen bei verstand ist, bekommt einen tollen job und wird unermesslich reich. und stehen jetzt mit der aussicht da, nach studium oder ausbildung erstmal 17 praktika absolvieren zu müssen. und haben uns in dieser situation auch ganz gut eingenistet. arm, aber sexy halt.

berlin ist sicherlich die beste stadt der welt für das in between-dasein. selbst vom letzten prekariatsjob kann man hier so einigermaßen leben. gut, nur, wenn man nette menschen kennt, die einem mal einen drink ausgeben und eine filterzigarette schenken. die möglichkeiten zu exzess und selbstzerstörung sind mannigfaltig bis unendlich; hoch steigen und tief fallen kann man hier so gut wie an keinem anderen ort der welt.

you have to leave, i appreciate that

April 12, 2007

ich komme gerade wieder von einer wo-geht-die-reise-hin-diskussion. so amongst endzwanzigern. worum geht es natürlich? um liebe, natürlich.

wieder geht es darum, dass man in unserem alter „schön langsam darüber nachdenken muss“. kinder kriegen, und all das. aber ehrlich gesagt, denke ich, dass der einzig vernünftige grund dafür, sich mit jemandem einzulassen, ist, dass man denjenigen wirklich super findet. dass man nicht wüsste, wie man seine zeit besser verbringen könnte.

denn all die anderen gründe führen nur zu greedy-neediness. und zum kompromisse machen. und zum planen und nicht mehr man selbst sein.

eigentlich sollte man nur jemanden lieben, wenn man sich selbst so sehr liebt, dass man sich zu schade ist, um seine zeit mit idioten zu verschwenden.