Archiv für März, 2007

cunts are still running the world

März 29, 2007

der heutige tag war ein erneuter beweis dafür, dass meine misanthropie in direkt proportionalem zusammenhang zu meinem ausgehverhalten steht. 10 minuten in der ubahn reichten heute mittag aus, mich davon zu überzeugen, dass ich eigentlich fast alle menschen hasse. interessant wäre die frage, ob ich, wenn ich immer ausgeschlafen und unverkatert wäre, ein sehr viel netterer mensch wäre. geduldiger mit dummheit und hässlichkeit? vielleicht. vermutlich aber auch nicht.

jetzt bin ich ein müdes mädchen. gute nacht.

maybe somebody can tell us where all the liquor went

März 28, 2007

flatrate-trinken, also. täglich neue schlagzeilen von 14jährigen, die sich ins koma gesoffen haben, von dächern gesprungen sind oder sonst irgend etwas dummes getan haben, als sie sehr betrunken waren. politiker jeglicher couleur, das boulevard-fernsehen, aufgebrachte kleinbürger, jeder hat etwas dazu zu sagen. als ob das problem das vorhandensein von flatrate-parties wäre oder von, wie zuletzt angeprangert, alkopops. hat von denen eigentlich je wieder etwas gehört, außer wenn sie im spätkauf an der ecke von weiblichen angehörigen der unterschicht gekauft werden?

an sich ist flatrate-trinken doch ein altbekanntes konzept. man nennt es auch privatparty. oder after-show-party. oder alles andere, bei dem alkohol zu nicht-clubpreisen erhältlich ist. ich und alle meine freunde haben sicherlich schon das eine oder andere mal mehr getrunken als man vernünftigerweise tun sollte. und auch blödsinn gemacht. ziemlich großen blödsinn sogar. jeder hat eine geschichte wie „als meine nachbarin auf der geburtstagsparty meiner schwester dem pfarrer vor die tür gekotzt hat“ auf lager. ins koma hat es meines wissens aber noch niemand geschafft.

anstatt sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen, was bestimmte kinder dazu treibt, sich durch den über-übermäßigen konsum von alkohol aus der realität zu katapultieren, wird das symptom zum gärtner gemacht und laut nach gesetzlichen regelungen geschrien. aber ist es die aufgabe des staates, dafür zu sorgen, dass minderjährige sich nicht fast umbringen? sollten sie nicht viel mehr von ihren eltern genügend verstand und selbstsicherheit beigebracht bekommen, dass es garnicht erst soweit kommt?

statt dessen könnte man trink-flatrates aber auch erst ab 27 anbieten, bis dahin hat zumindest auch der vorletzte kapiert, wieviel er in sich reinschütten kann, ohne ins krankenhaus zu müssen. und es würde mädchen meines alters unfassbare vorteile im kampf um die 23jährigen jungs verschaffen. „willst du mal von meiner flatrate trinken?“ macht sich viel besser als „hast du mal feuer?“ und wäre in verbindung mit dem flatrate-taxi ein sehr schöne sache.

tanz den tanz der moleküle

März 28, 2007

ein sehr schönes fundstück von den herrschaften vom popblog: “(…) was umso stilvoller aussieht, wenn man bedenkt, dass die kollegen von mia. gerne mal den Eindruck erwecken, als befände sich das erstsemester der design-fh auf großer überlandfahrt.” als international bekannte mia.-kritikerin gefällt mir das selbstverständlich sehr. wobei ich erneut anmerken möchte, dass sich meine kritik nicht auf die musik dieser kapelle bezieht, sondern auf das unerträgliche befindlichkeits-gedöns, das die sängerin, gerne auch als konzert-zwischenansagen, von sich gibt. immerhin konnten mit verweis auf ebendiese letzten sommer beim melt! einige menschen vor dem ertrinken gerettet werden.

du bist so unglaublich…. scheiße

März 26, 2007

die überschrift stammt von einem mitbesuchers des virginia jetzt-konzerts, dem ich am samstag beiwohnte. falls die werten leser nicht so sehr vertraut sind mit dem gesamtwerk dieser gruppe: „du bist so unglaublich“ ist der refrain eines ihrer songs. der mann neben mir bewies humor, indem er seiner begleiterin des zusatz „scheiße“ ins ohr sang. fand ich schön.

nachdem der tatort gestern ein elend war – langweilige story lahmarschig inszeniert – war ich bereit für mehr elend: die echo-verleihung bei rtl. es will schon was heißen, wenn ich mir in der kategorie „gruppe national“ als gewinner silbermond wünsche, weil der rest einfach noch furchtbarer ist. bei „künstlerin international“ war der sieg von katie melua (die ihr album meines wissens vor äonen von jahren veröffentlicht hat) recht deutlich voraussehbar, da sie die einzige der nominierten künstlerinnen war, die auch tatsächlich anwesend war, zumindest nach den einblendungen des publikums zu urteilen. die überraschung und überwältigung stellte sie dafür aber sehr überzeugend dar.

am schlimmsten aber wie immer bei solchen veranstaltungen: die emo-anteile. selbst ich bin nicht so bösartig, dass ich herrn vox nicht ein gewisses maß an respekt zollen müsste für sein politisches engagement. aber muss michael mittermeier, der mann mit dem fernseh-tourette, die lobeshymmne halten? muss er dafür die faust dafür entweder ergriffen vor seine brust schlagen oder kämpferisch in dir luft strecken? ich sage nein. müssen alle nach bono auftretenden menschen sagen, es sei so schwer, nun etwas sinnvolles zu sagen? als ob ihnen das sonst so viel leichter fiele.

mit abstand am ekelhaftesten war dann aber, als die herrschaften urio und medlock (?) of dsds-fame es angebracht fanden, beim bono-rettet-afrika-einspieler als – so wirkte es – einzige standing-ovations zu performen. um das pony zu zitieren: die [urio] muss dringend zurück in die tingeltangelbar. ich ergänze: der andere am besten zurück zum grab seiner eltern, da kann er dann weiter betroffenheit mimen. i need some more decency, now!

die rechtschreibpolizei informiert

März 23, 2007

eine erkenntnis der letzten tage: mehr menschen, als man denkt, selbst solche, die sich beruflich mit wörtern und texten beschäftigen, wissen offensichtlich nicht, wie das mit den satzzeichen und den leerzeichen funktioniert. deswegen hier nochmal für alle, zum mitschreiben: VOR einem satzzeichen kommt seltenst ein leerzeichen, NACH einem satzzeichen kommt IMMER ein leerzeichen. ausnahme zu regel nummer eins: der gedankenstrich – ein satzzeichen, das viel zu selten benutzt wird. das wollte ich nur mal eben angemerkt haben, denn rechtschreibung macht unsere welt schöner. (und ja, ich bin mir dessen bewusst, dass es auch groß- und kleinschreibung gibt, diese beherrsche ich eins mit sternchen, ich wende sie im internet für den privatgebrauch nur nicht an. das aber konsequent.)

sonst noch: ich habe über die letzten tage ein experiment durchgeführt, wie oft ich ein album, das mich beim ersten anhören aufgrund der überhohen erwartungen, die ich an es gestellt habe, enttäuscht hat, anhören muss, damit ich es von vorne bis hinten tiptop finde. die antwort lautet: fünfundvierzig mal, davon ca. drei mal slightly alkoholisiert. zu dem album zu gegebenem zeitpunkt mehr.

gestern abend gab es beim topmodel leider nicht erwartungsgemäß ausufernden zickenterror, weswegen es fast ein wenig langweilig war. dafür haben wir wieder etwas gelernt, vom größten catwalkkünstler aller zeiten (gröcaz): „das wichtigste ist: glaub an dich selbst und charakter [sprich: käräktär]! das ist der wahrheit!“ also bitte, meine herrschaften.

zum einschlafen dann blumfeld live in wien angehört. inklusive wunderbarster erinnerungen an den festival-summer of genderfasching. schön!